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Hitze und Hunde

Hitze und Hund: So schützt du deinen Vierbeiner an heißen Tagen

 

Der Sommer lockt uns alle nach draußen – und natürlich auch unsere Hunde. Doch was für uns angenehm warm ist, kann für unsere Vierbeiner schnell gefährlich werden. Hunde können nämlich kaum schwitzen: Sie regulieren ihre Körpertemperatur fast ausschließlich über das Hecheln, denn ihre wenigen Schweißdrüsen sitzen an den Pfotenballen und reichen bei Hitze einfach nicht aus.

 

Die Faustregel: Ab etwa 25°C wird es für die meisten Hunde unangenehm, ab 30°C richtig gefährlich.

 

Wer ist besonders gefährdet?

 

Grundsätzlich kann ein Hitzschlag jeden Hund treffen – aber manche Hunde sind besonders anfällig:

  • Ältere und übergewichtige Hunde
  • Kurznasige (brachyzephale) Rassen wie Mops, Boxer oder Französische Bulldogge
  • Dicht behaarte oder langhaarige Hunde
  • Hunde mit Herz-Kreislauf-Problemen

Gehört dein Hund zu einer dieser Gruppen, solltest du im Sommer besonders wachsam sein.

 

Die wichtigsten Vorsichtsmaßnahmen, damit es niemals so weit kommt!!!

1. Spaziergänge zeitlich anpassen

 

Verlege Gassi-Runden in die kühlen Morgenstunden vor 8 Uhr oder die Abendstunden nach 20 Uhr. Musst du tagsüber raus, meide asphaltierte Wege und Gehwegplatten – die gespeicherte Hitze kann an den empfindlichen Pfoten zu Verbrennungen führen. Ein einfacher Test: Halte die Hand für 7 Sekunden auf den Boden. Ist es dir zu heiß, ist es auch für die Pfoten deines Hundes zu heiß.

2. Immer Wasser und Schatten bereitstellen

 

Egal ob beim Spaziergang oder im Garten – dein Hund sollte jederzeit Zugang zu frischem Wasser und einem schattigen Rückzugsort haben. Ein faltbarer Napf für unterwegs ist im Sommer ein Muss.

3. Niemals den Hund im Auto zurücklassen

 

Dieser Punkt kann nicht oft genug wiederholt werden: Schon nach 5 Minuten steigt die Innentemperatur im Auto bei 30°C Außentemperatur um 7-8°C. Ein gekipptes Fenster senkt die Temperatur dabei nur um 1-2°C – das ist kein relevanter Schutz. Auch ein schattiger Parkplatz hilft nicht zuverlässig, denn die Sonne wandert und das Auto heizt sich auch im Schatten stark auf. Die einzig sichere Lösung: den Hund bei Hitze gar nicht erst mit ins Auto nehmen, wenn er anschließend warten müsste.

4. Training und Hundesport anpassen

 

Alles, was deinen Hund stark hecheln lässt, gehört bei Hitze in die kühlen Tagesstunden. Wer im Sommer weiter aktiv trainieren möchte, sollte auf ein atmungsaktives Geschirr setzen – geschlossene Materialien stauen die Wärme und verschärfen das Problem zusätzlich.

 

Hitzschlag erkennen: Diese Symptome sind Alarmstufe Rot

 

Ein Hitzschlag entsteht, wenn die Körpertemperatur des Hundes auf über 40°C steigt. Das bringt den Flüssigkeitshaushalt und das Herz-Kreislauf-System aus dem Gleichgewicht und kann zu akutem Nierenversagen oder einem Hirnödem führen. Die Sterblichkeitsrate bei einem massiven Hitzschlag liegt bei über 50 Prozent – deshalb ist schnelles Handeln entscheidend.

 

Typische Symptome:

  • Starkes Hecheln mit langgestrecktem Hals
  • Koordinationsstörungen, Taumeln
  • Zittern, Nervosität
  • Eingefallene Augen
  • Hellrotes oder dunkelrotes Zahnfleisch
  • Krämpfe, Erbrechen

Wichtig zu wissen: Hecheln allein ist noch kein Alarmsignal – das gehört zum normalen Abkühlungsverhalten. Kommt aber starkes Hecheln zusammen mit Taumeln oder verändertem Zahnfleisch hinzu, ist das ein klares Warnzeichen.

Ab einer Körpertemperatur von 41 bis 43°C wird es akut lebensgefährlich. Dann muss so schnell wie möglich ein Tierarzt aufgesucht werden.

 

Erste Hilfe bei Verdacht auf Hitzschlag

 

Wichtiger Hinweis vorab: Lange Zeit hieß es, man solle Hunde nur langsam mit lauwarmem Wasser kühlen, da kaltes Wasser angeblich einen Schock auslösen könnte. Aktuelle Forschung des Royal Veterinary College (RVC) hat diesen Mythos widerlegt – entgegen der landläufigen Meinung verursacht kaltes Wasser bei überhitzten Hunden nur sehr selten einen Schock. Die Devise lautet heute: schnell und konsequent kühlen, denn jede Minute mit erhöhter Körpertemperatur erhöht das Risiko für bleibende Organschäden.

Wenn du die genannten Symptome bei deinem Hund bemerkst, zählt jede Minute:

  1. Sofort jede Aktivität stoppen und den Hund aus der Hitze in einen kühlen, schattigen, gut belüfteten Bereich bringen
  2. Tierarztpraxis vorab telefonisch informieren, dass ihr als Notfall kommt
  3. Sofort aktiv kühlen – am besten durch Eintauchen in kühles oder kaltes Wasser (für junge, gesunde Hunde), oder durch Übergießen mit kühlem Wasser kombiniert mit Luftbewegung (Ventilator, Auto-Klimaanlage, Zugluft) – besonders bei älteren, vorerkrankten oder bewusstlosen Hunden
  4. Erst wenn die Temperatur sichtbar sinkt: sofort zum Tierarzt fahren und dabei weiter kühlen, etwa mit nassen, regelmäßig gewechselten Tüchern und Luftzug im Auto
  5. Ist der Hund ansprechbar: Trinken anbieten, aber nicht dazu zwingen
  6. Ist der Hund bewusstlos: Atemwege freihalten und Atmung kontrollieren

Das solltest du auf keinen Fall tun:

  • ❌ Nicht abwarten, "ob es von allein besser wird" – sofortiges Kühlen rettet Leben
  • ❌ Den Hund nicht in eine dicke, nasse Decke einwickeln, unter der keine Luft mehr zirkulieren kann – das staut die Wärme statt sie abzuleiten. Dünne, nasse Tücher sind dagegen in Ordnung, solange sie regelmäßig gewechselt und nicht zugedeckt werden
  • ❌ Keine Schmerz- oder Fiebersenker geben
  • ❌ Kein Zwangstrinken
  • ❌ Keinen Maulkorb anlegen, der das Hecheln verhindert
  • ❌ Den Hund niemals im stehenden Auto zurücklassen – auch nicht bei geöffnetem Fenster

Auch nach der ersten Besserung: Zum Tierarzt!

 

Ganz wichtig: Auch wenn sich dein Hund nach der ersten Kühlung wieder wacher und fitter zeigt, bleibt die Situation ernst. Ein Hitzschlag kann auch verzögert Organe wie Nieren oder Darm schädigen und Gerinnungsstörungen auslösen – selbst wenn die Symptome zunächst nachlassen. Ein Tierarztbesuch ist deshalb in jedem Fall notwendig.

 

Fazit

 

Hitze ist für Hunde kein Spaß, sondern ein echtes Gesundheitsrisiko. Mit ein paar einfachen Vorsichtsmaßnahmen – angepasste Spaziergangszeiten, immer mit Wasser und Schatten, niemals im Auto warten lassen – könnt ihr das Risiko deutlich senken. Und solltest du doch einmal Symptome bemerken: Ruhe bewahren, richtig kühlen und schnell zum Tierarzt.

Wir wünschen euch und euren Vierbeinern einen entspannten und sicheren Sommer! 🐾


Habt ihr Fragen zum Training in den Sommermonaten oder möchtet ihr wissen, wie wir unsere Kurse bei Hitze anpassen? Sprecht uns gerne an!